Molchow – Geschichtliches und Bemerkenswertes
Der Name des Ortes wurde 1462 zuerst erwähnt und bezeichnet im Slawischen die „Siedlung eines Mannes, der den Namen Malech trägt“1.
Molchow ist ein Ortsteil der Kreisstadt Neuruppin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Land Brandenburg. Das Runddorf liegt etwa drei Kilometer nördlich von Alt Ruppin an der Ruppiner Seenkette, die vom Rhin durchflossen wird, zwischen Tetzensee (auch Teetzensee) und Molchowsee in der Ruppiner Schweiz.
Das Dorf wird im Jahre 1462 bereits erwähnt. Um 1490 war Molchow ein Teil der im Kern reichsunmittelbaren Herrschaft Ruppin unter der Landesherrschaft der Grafen von Lindow-Ruppin. Die Grafen leisteten einige Abgaben aus dem Dorf, an das Kloster Lindow, an die Kirche Neuruppin und an die von Gühlen. Der Ort gehörte zur Kirchengemeinde (eingekircht) in Alt Ruppin. Im Jahre 1525 mussten die Einwohner im Vorwerk Storbeck mitarbeiten. Zu dieser Zeit besaßen der eingesetzte Lehnschulze und 12 Ganzbauern (Vollhüfner) 20 Hufen Land und 60 Morgen Kiefernwald (Kiehn Heide) zur Holzung für die Brennholzgewinnung. Durch die Nachwirkungen des Dreißigjährigen Krieges waren 5 Höfe von 13 verwüstet und am 11. April brannten 2 Häuser ab.2
Stichwörter zur Geschichte:
- Paul Remer,
(*16.6.1867 in Kargow-Godow (bei Waren an der Müritz, Mecklenburg) – †8.2.1943 in Berlin)
Dichter und Schriftsteller,
baute mit seiner Frau ein Haus am Ostufer des Molchowsees (Haus Molchow) - Martha Remer (geb. Schütt, *23.9.1878 – †1950),
- Der Münzfund von Molchow
- Max Kosmack (*1849 Bohnsdorf bei Berlin, †1921 vermutlich in Alt Ruppin (oder Berlin))
Kaufmann und Fabrikbesitzer
ließ das Haus Kosmack bauen - Hermann Muthesius Architekt des Hauses Kosmack
(*20.4.1861 in Großneuhausen – † 26.10.1927 in Berlin-Steglitz) - Franz Heckendorf3
Maler, Bohemien, Fluchthelfer
(*5.11.1888 in Berlin – †17.8.19624 in München)
Besitzer Haus Kosmack zusammen mit seiner Lebensgefährtin Hilda Kosmack nach deren Trennung von Max Kosmack - Baron Eberhard Kracker von Schwartzenfeldt (*11.5.1871 in Bogenau (heute Bogunów, Polen) – †12.10.1930 ebenda)
Ehemaliger Besitzer des Haus Molchow
Julius Wilhelm Viktor Eberhard Kracker von Schwartzenfeldt (*1871 – †1930) war ein deutscher Diplomat, königlich-preußischer Major und Autor. - Baronin Meta Kracker von Schwartzenfeldt (*1885 – †1971)
Ehemalige Besitzerin des Haus Molchow, Ehefrau von Baron (erste Frau starb im 1. WK: Anna Alice Helene Eleonore von Kramsta (1883–1918), die aus einer vermögenden schlesischen Industriellenfamilie stammte) - Theodor Fontane
Schriftsteller, Journalist und Theaterkritiker
(*30.12.1819 in Neuruppin – † 20.9.1898 in Berlin)
verewigte das Dorf in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Er beschrieb es als ein verträumtes, in Gärten und Laub eingesponnenes See-Dörfchen. - Keine Kirche aber ein Glockenturm mit geborstener Glocke
- Johann Christian Gentz und Gentzrode
war Tuchmacher, Kaufmann und Torfstichbesitzer.
(* 26.7.1794 in Neuruppin; † 4.10.1867 Neuruppin)
Er begründete das Gut Gentzrode in der Nähe ganz in der Nähe von Molchow, westlich des Molchowsees. - Gustav Hilger ist wohl eine besonders mysteriöse Persönlichkeit, die mit Molchow verbunden ist.
Ehemaliger Besitzer des Anwesens „Sonnenhof“ in Molchow.
(* 11.9.1886 in Moskau – † 27.7.1965 in München; Pseudonyme: Stephen H. Holcomb, Arthur T. Latter)
Molchow in Texten
Fußnoten:
- Gefunden auf „Zeitstimmen“ Zeitstimmen. Literatur und Alltag in Berlin-Brandenburg und Molchow – Orte Berlin/Brandenburg – Literaturlandschaft ↩︎
- Wikipedia Molchow – Wikipedia ↩︎
- Wikipedia Franz Heckendorf ↩︎
- Teilweise anderes Sterbejahr, wohl aber ein Irrtum. Bei der Galerie Schüller sogar mit zwei unterschiedlichen Jahren. ↩︎