{"id":1454,"date":"2026-06-26T17:13:03","date_gmt":"2026-06-26T17:13:03","guid":{"rendered":"https:\/\/molchow.de\/?p=1454"},"modified":"2026-06-30T13:47:09","modified_gmt":"2026-06-30T13:47:09","slug":"theodor-fontane-und-molchow","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/molchow.de\/?p=1454","title":{"rendered":"Theodor Fontane und Molchow"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Theodor Fontane ist am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geboren. Noch heute steht das Haus mit der L\u00f6wen-Apotheke in der <a href=\"https:\/\/maps.app.goo.gl\/xDWGAp8G4fty1FTbA\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/maps.app.goo.gl\/xDWGAp8G4fty1FTbA\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Karl-Marx-Stra\u00dfe 84 in Neuruppin<\/a>. Er kam als Sohn des Apothekers Louis Henri Fontane und dessen Frau Emilie im Geb\u00e4ude der damaligen L\u00f6wen-Apotheke zur Welt<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er war ein deutscher Schriftsteller, Journalist und Theaterkritiker. Sein im fortgeschrittenen Lebensalter einsetzendes umfangreiches Romanschaffen (darunter Frau Jenny Treibel, Effi Briest und Der Stechlin) begr\u00fcndete Fontanes Bedeutung als Vertreter des zeitgen\u00f6ssischen Realismus. Effi Briest war Lekt\u00fcre in den Schulen der DDR.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der DDR geh\u00f6rte Theodor Fontane fest zum Literaturkanon. W\u00e4hrend seine Gedichte und Balladen bereits in unteren Klassen behandelt wurden, lasen die Sch\u00fcler der gymnasialen Oberstufe vor allem seinen bekanntesten Gesellschaftsroman, um die preu\u00dfische Geschichte zu reflektieren. Der Lesestoff im DDR-Unterricht umfasste schwerpunktm\u00e4\u00dfig diese Werke: Der Roman <em>Effi Briest<\/em> z\u00e4hlte zur verbindlichen Schullekt\u00fcre in h\u00f6heren Klassen (teils in Klasse 10) und wurde f\u00fcr literaturgeschichtliche Analysen herangezogen. [<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_von_Schullekt%C3%BCren_in_der_DDR\">1<\/a>, <a href=\"https:\/\/virtuelles-ddrmuseum.de\/seiten\/schulliteraturddr.htm\">2<\/a>, <a href=\"https:\/\/learnattack.de\/journal\/wer-war-theodor-fontane\/\">3<\/a>] Besonders bekannt war die Ballade <em>John Maynard<\/em> (fester Bestandteil in Klasse 6) sowie <em>Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland<\/em>. [<a href=\"https:\/\/learnattack.de\/journal\/wer-war-theodor-fontane\/\">1<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.gedichte7.de\/theodor-fontane.html\">2<\/a>, <a href=\"https:\/\/theodorfontane.de\/2021\/05\/31\/fontane-schulen-in-neuruppin-und-fontane-im-ddr-deutschunterricht\/\">3<\/a>, <a href=\"https:\/\/virtuelles-ddrmuseum.de\/seiten\/ddrlesebuchklasse6.htm\">4<\/a>]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Theodor Fontane kam in seinen &#8222;<a href=\"https:\/\/molchow.de\/?p=1454\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/molchow.de\/?p=1454\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Wanderungen durch die Mark Brandenburg<\/a>&#8220; auch durch Molchow und widmete Molchow ein paar Seiten, die im Archiv <a href=\"https:\/\/digital.ub.uni-potsdam.de\/content\/zoom\/193735\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/digital.ub.uni-potsdam.de\/content\/zoom\/193735\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Digitales Brandenburg<\/a> im Originalscan verf\u00fcgbar sind und im Projekt Gutenberg als einfache <a href=\"https:\/\/projekt-gutenberg.org\/authors\/theodor-fontane\/books\/wanderungen-durch-die-mark-brandenburg-erster-teil-die-grafschaft-ruppin\/chapter\/63\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/projekt-gutenberg.org\/authors\/theodor-fontane\/books\/wanderungen-durch-die-mark-brandenburg-erster-teil-die-grafschaft-ruppin\/chapter\/63\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Textversion <\/a>zu finden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Aber\u00a0Ausnahmen\u00a0auch hier, und unter diesen Ausnahmen in erster Reihe das alte Dorf Molchow, das wir, \u00fcber eine Schmalung des gleichnamigen Sees hinweg, in diesem Augenblick erreichen. Eingesponnen in G\u00e4rten und Laub liegt es da, die Studentenblume bl\u00fcht, der K\u00fcrbis h\u00e4ngt am Gezweig, und der Hahn begr\u00fc\u00dft uns vom Zaun her und kr\u00e4ht in den lachenden Morgen hinein. Alles hell und licht, im rechten Gegensatze zu\u00a0Molchow, das mit seinem finster anklingenden Namen an alle Schrecken des Schillerschen \u00bbTauchers\u00ab mahnt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Alles hell und licht, ausgenommen ein rondellartiger Grasplatz inmitten des Dorfs. Auf ihm wird begraben, mehr in Unkraut als in Blumen hinein, und aus der Mitte dieses Platzes w\u00e4chst ein Turm auf, unheimlich und grotesk, als hab ihn ein Schilderhaus mit einer alten Windm\u00fchle gezeugt. Von beiden etwas. Und unheimlich wie der Turm, so auch die alte\u00a0Glocke, die in ihm h\u00e4ngt. \u00bbAve Maria, gratia plena\u00ab steht an dem obern Rande, die Glocke selbst aber ist geborsten, und ihre Inschrift war ihr kein Talisman. Zweihundert Jahre, da fanden sie die Molchower auf einer halb Heide gewordenen, halb waldbestandenen Feldmark zwischen zwei B\u00e4umen aufgeh\u00e4ngt. Es war die Glocke von Eggersdorf, eines Dorfes, das im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Kriege, wie hundert andere, w\u00fcst geworden war und es seitdem auch geblieben ist. Die Molchower aber erbarmten sich des Findlings und bauten ihm diesen Glockenturm. Eine Leiter f\u00fchrt hinauf, die gl\u00fccklicherweise von denen, die dort oben regelm\u00e4\u00dfig wohnen, entbehrt werden kann, denn es sind nur Dohlen an dieser Stelle zu Haus. Immer wenn die geborstene Glocke gezogen wird, fliegen sie scharenweis auf, und einzelne von ihnen \u2013 wenn es wahr ist, was man sich von Raben und Kr\u00e4hen erz\u00e4hlt \u2013 m\u00f6gen die Glocke noch von ihren Eggersdorfer Tagen her kennen und nun Betrachtungen anstellen zwischen damals und heut.<\/em> [Projekt Gutenberg, <a href=\"https:\/\/projekt-gutenberg.org\/\">Home &#8211; Projekt Gutenberg<\/a>]<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Theodor Fontane ist am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geboren. 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